Findest du den Hygiene-Fehler? 

Teil 1 – Schau genau hin 

 Sommer, Sonne, Eiszeit – das pure Lebensgefühl. Wären da nicht die vielen Hygienefehler. Findest du sie am Eiswagen?

Sommer, Sonne, Eiszeit – das pure Lebensgefühl. Eine Kugel in der Waffel, die Kinder strahlen, die Schlange ist lang. Eine Szene, an der nichts auszusetzen scheint. Wären da nicht die vielen Hygienefehler, die hier mitlaufen.

Schärf deinen Blick und schau genau hin, bevor du weiterscrollst. Was siehst du? Vier Fehler sind sichtbar, wenn man hinschaut – und einen fünften sieht man gar nicht, den muss man kennen.

Hast du sie? Dann lös ich auf.

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Teil 2 – Die Auflösung

1. Offene, lange Haare ohne Haarschutz

Lange, offene Haare direkt über den offenen Eisbehältern? Das ist der Klassiker, den man sofort sieht, sobald man darauf achtet. Haare sind ein physikalischer Fremdkörper und tragen Keime; über unverpacktem Speiseeis haben sie nichts verloren.

So regelst du es im Betrieb: Zumindest die Haare zusammengebunden und besser noch mit Kopfbedeckung gesichert, sobald mit offenem Lebensmittel gearbeitet wird. Keine Ausnahme, auch nicht am heißesten Tag.

2. Unordnung und schmelzendes Eis, das lassen die Insekten nicht lange auf sich warten

Rund um die Station herrscht Unordnung, Eis tropft und schmilzt, an Theke und Boden bleiben süße Reste liegen. Das ist nicht nur unschön, es ist ein Insekten-Magnet: Schmelzendes, zuckriges Eis lockt Wespen, Fliegen und andere Insekten an, die Keime von überall herschleppen. Dazu kommt: Sobald Speiseeis antaut und sich erwärmt, vermehren sich genau die Mikroorganismen, für die Eis ohnehin ein klassischer Träger ist: Listerien, Salmonellen, Staphylokokken.

So regelst du es im Betrieb: Sauberkeit als laufender Prozess, nicht erst zum Feierabend. Verschüttetes und Tropfendes sofort weg, Arbeitsfläche und Boden zwischendurch reinigen. Eis durchgehend kühl halten und Angetautes nicht wieder einfrieren. Wo es ordentlich und trocken ist, finden Insekten nichts.

3. Schmuck an Händen und Ohren

Ohrringe, Ringe, Armband. Schmuck an Personen, die mit offenem Lebensmittel arbeiten, ist gleich doppelt ein Problem: Er kann sich lösen und im Produkt landen (Fremdkörper), und unter Ringen sammeln sich Keime, die kein Händewaschen mehr erreicht.


So regelst du es: Beim Arbeiten mit offenem Lebensmittel kommt Schmuck ab. Eine klare Regel, die auch für „nur den einen Ring" gilt.

4. Kein Niesschutz über den offenen Eisbehältern und Tüten

Die Eisbehälter stehen offen, die Gäste - gerade Kinder auf Thekenhöhe - beugen sich direkt darüber. Jeder Hauch, jedes Tröpfchen landet ungehindert im Eis.

So regelst du es: Spuck-/Niesschutz über die offene Ware. Bei Selbstbedienungs- und Thekenbetrieb mit offenem Speiseeis gehört er dazu.

5. Der Fehler, den man nicht sieht: das Portionierer-Wasserbad

Das ist der, den die meisten übersehen, weil er so unscheinbar ist: Der Eisportionierer wird traditionell in einem Becher mit Wasser abgestellt – der sogenannten Naßvorlage. Steht dieses Wasser den ganzen Tag, wird es zum Keimherd, und mit jeder Kugel wandert das in jede Waffel. Speiseeis ist mikrobiologisch ohnehin heikel und ausgerechnet am Portionierer auf stehendes Wasser zu setzen, ist riskant.

So regelst du es: Naßvorlage nur mit fließendem Wasser oder konsequent regelmäßigem Wasserwechsel, am besten gar keine Standwasser-Lösung. Trocken-Portionierung oder häufiges Spülen sind die saubere Alternative. Genau weil man diesen Punkt nicht sieht, gehört er bei jeder Eis-Hygieneschulung an erste Stelle.


Genau solche Themen mache ich in meinen Hygieneschulungen greifbar, damit dein Team nicht nur weiß, dass etwas verboten ist, sondern warum.