Findest du die Hygiene-Fehler?
Teil 1 – Schau genau hin
30 Grad, voller Gastgarten, der Griller läuft: findest du die HACCP-Fehler?
Sieht nach Sommer aus: Sonne, voller Gastgarten, der Griller brutzelt, die Gäste warten auf ihren Grillteller. Eine Szene, die in halb Österreich gerade so aussieht. Und genau deshalb ist sie so verräterisch: denn was hier nach gemütlicher Sommerstimmung wirkt, ist in Wahrheit ein Hygiene-Albtraum.
Schau dir die Grillstation in Ruhe an, bevor du weiterscrollst. Wie viele Fehler findest du? Und vor allem: Was stört dich am meisten?
Hast du deine Zahl? Dann lös ich auf: es sind 5
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Teil 2 – Die Auflösung
1. Der gefährlichste Fehler: rohes und gegrilltes Fleisch, ein Brett, eine Zange
Rohes Fleisch und fertig Gegrilltes liegen nebeneinander, angefasst mit derselben Zange, abgelegt auf demselben Brett. Damit wandern die Keime vom rohen Fleisch (Salmonellen, Campylobacter) direkt auf das fertige Produkt, das niemand mehr erhitzt.
Warum das der kritischste Punkt ist: Das Grillen tötet die Keime im Fleisch ab, aber nur, solange das fertige Stück danach nicht wieder kontaminiert wird. Genau das passiert hier. Der eine Handgriff mit der falschen Zange macht die ganze Hitze zunichte.
So regelst du es im Betrieb: Strikte Trennung von roh und gegart. Eigenes Brett, eigene Zange, eigene Ablage für jeden Status. Farbcodiertes Equipment hilft, dass es im Stress nicht verwechselt wird.
2. Rohes Fleisch ungekühlt in der prallen Sonne
Eine Schüssel rohes Fleisch steht offen in der Sonne. Bei 30 Grad ist die Kühlkette in Minuten unterbrochen, und genau in diesem Temperaturbereich vermehren sich Keime am schnellsten.
So regelst du es: Rohware portionsweise aus der Kühlung holen, nur so viel, wie gerade verarbeitet wird. Den Rest gekühlt halten: Kühlakku, Kühlbox, schattige Vorbereitungszone. Nie die ganze Tagesmenge in die Sonne stellen.
3. Erst Geld, dann Essen, ohne Händewaschen
Der Griller kassiert und greift direkt danach wieder zum Essen. Geld ist eines der schmutzigsten Dinge, die durch viele Hände gehen und landet hier auf direktem Weg am Teller des Gastes.
So regelst du es: Kassieren und Zubereiten trennen. Idealerweise zwei Personen. Geht das nicht, gehört konsequentes Händewaschen oder ein Handschuhwechsel dazwischen. Dafür braucht es eine erreichbare Handwaschmöglichkeit (siehe Punkt 5).
4. Offene Salate und Saucen – Wespen inklusive
Salate und Saucen stehen offen herum. Im Sommer heißt das: Wespen, Fliegen, Staub, Tröpfcheneintrag von vorbeigehenden Gästen, alles landet ungehindert in der Ware.
So regelst du es: Abdecken oder gekühlt unter Schutzhaube anbieten, kleine Mengen nachfüllen statt große Schüsseln stundenlang offen stehen lassen. Bei Selbstbedienung zusätzlich Spuckschutz.
5. Das schmutzige Geschirrtuch als Allzweckwaffe
Über der Schulter hängt ein Tuch, das für alles herhalten muss: Hände abwischen, Brett wischen, Schweiß abtupfen. Damit verteilt man Keime, statt sie zu entfernen. Und nirgends ist eine Handwaschmöglichkeit zu sehen.
So regelst du es: Einweg-Wischtücher statt Allzweck-Lappen, ein Handwaschplatz mit warmem Wasser, Seife und Einmalhandtüchern in Reichweite der Station. Ohne den geht draußen gar nichts – er ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Punkte 1 bis 4 überhaupt eingehalten werden können.